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Dressur-Kurse
Diese Kurse sind für alle Menschen gedacht, die Spaß daran haben, für ihr Pferd zum Ausbilder zu werden - unter dem Sattel, an der Hand oder an der Longe am Kappzaum.
Pferd und Reiter benötigen sehr klare, individuelle und reproduzierbare Signale, um sich fein miteinander verständigen zu können. Als Ausbilder des eigenen Pferdes ist es wichtig zu wissen, welche Signale bei welchem Pferd zu welchem Zeitpunkt, warum, womit, in welche Richtung und wie lange gegeben werden können, um sich dem Pferd bestmöglich verständlich zu machen. Als Gymnastik für das Pferd reicht es nicht, wenn man Einfluss auf das Tempo und die Richtung nehmen kann. Man möchte auch auf die Körperhaltung seines Pferdes und die sich daraus ergebende Losgelassenheit und Bewegungsqualität Einfluss nehmen, egal ob bei der Ausbildung am Boden oder als Reiter. Ziel dieses Kurses ist es daher, diese Sprache der unterschiedlichen Signale zunächst dem Reiter zu erklären und ihn dann darin zu unterstützen, sie dem Pferd zu erklären.
Für Reiter, die die "Sprache“ bereits kennen und in ihrer Differenziertheit schon umsetzen können, wird es Ziel des Kurses sein, die Bewegungsqualität des Pferdes in allen Gangarten, in der Dehnungshaltung, der Aufrichtung, der Biegung, in den Übergängen und in den Seitengängen zu verbessern, wobei die Signale immer feiner werden können.
Jeder Reiter erhält vormittags und nachmittags je eine halbe Stunde Einzelunterricht. Auf Wunsch gibt es Mittags eine Theorie-Einheit zu einem gewünschten Thema, z.B. Anatomie und Bewegungsmechanik, zum Thema Seitengänge oder zu Fragen, die sich stellen, wenn Reitsysteme aufeinander treffen. Zuschauer sind herzlich willkommen und eingeladen, zwischen den Reiteinheiten Fragen zu stellen oder Beobachtungen zu äußern. Sie werden in den Unterricht so weit wie möglich mit einbezogen und können ihren Blick für die Bewegungsqualität, die Losgelassenheit und die natürliche Schiefe der Pferde schulen.
Die Inhalte dieser Kurse sind also individuell auf dieTeilnehmer abgestimmt, so dass jeder Reiter mit seinem Pferd an seinen persönlichen Schwerpunkten arbeitet.
Kenne ich ein Pferd-Reiter-Paar noch nicht, schaue ich, was beide bereits können, was ihnen leicht fällt und wo Schwierigkeiten sind. Gern setze ich mich selbst kurz auf das Pferd bzw. nehme es an die Longe, um zu spüren, wie es auf die Hilfen reagiert. Dabei versuche ich heraus zu finden, ob ein Pferd etwas noch nicht verstanden hat oder ob es körperlich etwas noch nicht ausführen kann.
Wenn ich sehe und spüre, dass es Probleme in der Basis gibt, dass ein Pferd sich z.B. im Hals etwas eng macht, auf der Hand liegt oder über den Zügel kommt, nicht fein auf die vorwärtstreibenden Schenkelhilfen reagiert, gebundenen Schritt geht oder zügellahm ist, erkläre ich zunächst, wie es zu diesem Missverständnis zwischen Reiter und Pferd kommen konnte. Dann helfe ich dem Reiter dabei, für sein Pferd zum Lehrer zu werden.
Reagiert ein Pferd z.B. nicht leicht auf eine Schenkelhilfe, lernt der Reiter, wie er seinem Pferd die Bedeutung der Schenkelhilfen erklären kann, damit beide aus dem Kreislauf des immer stärkeren Treibens herausfinden können.
Reitschüler berichten, dass es ihnen am Anfang geholfen hat, sich mit der Anatomie ihres Pferdes auseinander zu setzen. Erst wenn ein Reiter den Verlauf der Halswirbelsäule, des Nackenbandes und den Verlauf der unterschiedlichen Muskeln mit ihren Aufgaben kennt, kann er nachvollziehen, welch großen Einfluss die Kopf-Hals-Einstellung auf den Bewegungsablauf seines Pferdes hat.
So lernt jeder Reiter, wie er seinem Pferd die Dehnungshaltung erklären kann, denn nicht jedes Pferd benötigt dafür die gleiche Hilfengebung.
Hierzu ein Beispiel, das die Individualität des Unterrichts begründet:
Stellen wir uns zwei Pferde vor, die sich unter dem Reiter im Hals eng machen, also einen ähnlichen Anblick bieten, die dabei aber unterschiedlich mit dem Gebiss umgehen und daher unterschiedliche Signale vom Reiter benötigen: Beide Pferde tragen ihre Köpfe zu tief, zeigen den sog. falschen Knick, haben also die Stirn-Nasen-Linie hinter der Senkrechten. Während das eine Pferd sich auf den Zügel stützt, das Gebiss quasi als fünftes Bein benutzt, vermittelt das andere Pferd dem Reiter ein ganz leichtes Gefühl in der Hand, weil es dem Kontakt zur Reiterhand nach hinten ausweicht. Beide Pferde überdehnen in dieser Position ihr Nackenband, bei beiden Pferden arbeiten die unteren Halsmuskeln in Dauerkontraktion, wodurch die Vorderbeine in ihrer freien Bewegung nach vorn blockiert werden. In dieser Position dehnt der lange Rückenmuskel nicht mit, weil dieser seinen vorderen Ansatz an den unteren Halswirbeln hat, die sich in eingerollter Haltung nicht mit nach vorn bewegen.
Beiden Pferden sollte man zunächst erklären, dass das übertriebene Runden des Halses an der falschen Stelle keine gute Idee ist, um später (auf unterschiedlichem Weg) zu einer echten Dehnungshaltung zu kommen.
Während der Reiter dem ersten Pferd u.a. erklären sollte, einen leichteren Kontakt zum Gebiss zu halten, vermeidet das zweite Pferd den Kontakt zur Reiterhand von sich aus möglichst ganz. Es macht das Gegenteil von "sich auf stützen" und sollte lernen, sich nach vorn an das Gebiss heran zu dehnen.
Trotz ähnlichem Erscheinungsbild und trotz gleichem Ziel (die echte Dehnungshaltung) benötigen die Pferde also zunächst unterschiedliche Erklärungen vom Reiter.
Am Ende des Kurses gibt es für jeden Reiter eine Zusammenfassung, einen Ausblick für die Weiterarbeit und Übungen zum Weiterlernen bis zum nächsten Unterricht.
Wenn Sie an einem Kurs teilnehmen oder selbst einen Kurs organisieren möchten, kontaktieren Sie mich gern oder melden Sie sich bei den Organisatorinnen, deren E-Mail-Adressen Sie unter "Termine" finden.
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