Dressurkurs

Dressur – ist für die Pferde da!

Brauchen Pferde Ausbildung?

Reicht es nicht, wenn wir die Gangart und die Richtung bestimmen können, um uns gemütlich tragen zu lassen?

Meiner Erfahrung nach genügt das in vielen Fällen nicht, um ein Pferd viele Jahre lang reiten zu können, ohne dass es Schaden davon nimmt.

Setzen wir uns auf das Pferd, drücken wir seine Wirbelsäule durch unser Gewicht herab. Das Pferd spannt die Muskulatur der oberen Muskelkette an und befindet sich damit im natürlichen Fluchtmodus. Lassen wir uns so auf der durchhängenden Wirbelsäule lange Zeit tragen, ohne dem Pferd zu erklären, wie es sich muskulär unter uns anhebt und sich gegen die Schwerkraft stabilisiert, werden je nach Pferdetyp und Reitergewicht Band- und Knochenstukturen viel stärker belastet als ohne Reiter. Dadurch nehmen viele Pferde mit der Zeit Schaden. Fesselträger- und Kniegelenksproblematiken, Rückenschmerzen und Wirbel-Blockaden, sind einige typische Probleme, zu denen Reiter oft unwissend ihren Teil beitragen.

Durch eine Dressur-Ausbildung erklären wir unserem Pferd, wie es sein eigenes Gewicht und das des Reiters auf seinem Rücken aktiv über seine Muskelkraft gegen die nach unten wirkende Schwerkraft und gegen die seitlich einwirkende Fliehkraft stabilisieren und abfedern kann.

Eine gute Ausbildung wandelt die für das Pferd im Fluchtmodus negative Spannung des festgehaltenen Rückens in eine positive federnde Spannung um. (Stefan Stammer)

Ich freue mich darauf, Ihnen eine Sprache für Sie und Ihr Pferd zu zeigen, mit der Sie Ihrem Pferd die Selbsthaltung und vieles mehr erklären können. Jedes Pferd ist herzlich willkommen, unabhängig von seiner Rasse und seinem Ausbildungsstand.

Inhalte des Dressurunterrichtes

Gern unterstütze ich Sie u.a. dabei

  • Ihrem Pferd mittels verständlicher Signale zu erklären, was genau Sie sich von ihm wünschen und wie es sich am besten unter Ihnen bewegen kann.
  • Ihre Hilfen klar werden zu lassen, sie zu verfeinern – und sie auszusetzen, wenn das Pferd gut reagiert hat.
  • Ihr Wissen um die Biomechanik ihres Pferdes zu erweitern, damit Sie nachvollziehen können, was im Pferd passiert.
  • Ihre Wahrnehmung dafür zu schulen, ob Ihr Pferd „in Selbsthaltung“ und „über den Rücken“ geht oder ob es nur sein Genick rundet oder nur den Hals fallen lässt.
  • Ihre Wahrnehmung dafür zu schulen, wie sich eine gesunde Dehnungshaltung und die relative Aufrichtung bei Ihrem Pferd mit seinem speziellen Exterieur anfühlt.
  • Innere Bilder zu entwickeln, wie die relative Aufrichtung, die Dehnungshaltung, die korrekte Stellung und Biegung für ihr Pferd, auch vom Sattel aus gesehen, aussieht.
  • das Grundtempo Ihres Pferdes zu finden und dieses in Ihrem Gefühl zu verankern, weil es seine Balance zunächst am Besten in seinem Grundtempo finden kann.
  • Ihre Losgelassenheit auf dem Pferd, Ihre Koordination und Ihre Reaktionsgeschwindigkeit zu schulen.
  • neue Lektionen zu entwickeln
  • zu verstehen, warum gerade Ihrem Pferd dies oder jenes schwer und anderes leicht fällt.
  • Ihr Pferd bestmöglich zu motivieren u.v.m..

Jedes Pferd ist individuell – und jeder Reiter auch

Jedes Pferd lässt uns individuell fühlen und sehen, bei welcher Kopf-Hals-Achsen-Position sein Rücken in einem bestimmten Tempo und bei diesem speziellen Exterieur Ihres Pferdes und seinem aktuellen Ausbildungsstand optimal schwingen kann und welche Position am günstigsten ist, um diese oder jene Lektion als sinnvolle Gymnastik ausführen zu können. Sie lernen, Ihrem Pferd eine Sprache zu erklären, mit der Sie sich so verständigen können, dass Sie Ihrem Pferd die jeweils optimale Position und viele Bewegungsideen erklären können. Sie werden den Unterschied sehen und spüren können, ob ihr Pferd sich mit seiner Hals- und Brustwirbelsäule zwischen den Schulterblättern anhebt, also in Selbsthaltung mit positiver Spannung „über den Rücken geht“ oder ob es sich mit zu hohem Muskeltonus in der oberzügigen Muskulatur verspannt oder ob es sich eher zu entspannt mit zu wenig Tonus bewegt. Ich unterstütze Sie darin, Ihrem Pferd zu erklären, wie es sich unter Ihnen mit positiver Spannung in Losgelassenheit selbst tragen kann, ohne sich mit zu offenem Genick in der Oberlinie zu verkürzen und ohne sich mit zu weit gerundetem Genick in der Unterlinie zu verkürzen.

Mit dem Wissen um eine gemeinsame Sprache und der Erkenntnis des eigenen Anteils an der Kommunikation, lernt der Reiter die gemeinsamen Bewegungen immer klarer zu erfühlen und harmonischer zu gestalten.

Gesundheits-Training für das Pferd

Manchmal kommen Pferde zu mir in den Unterricht, bei denen schulmedizinisch alles abgeklärt ist und die dennoch tickern oder gebundenen Schritt oder Pass gehen. Hier liegt die Ursache oft darin, dass dem Pferd nicht erklärt wurde, wie es sich und den Reiter aktiv gegen die Schwerkraft stabilisieren kann. Seiner Natur gemäß lässt sich das Pferd in der Brustwirbelsäule hängen, die Vorderbeine kommen vorn nicht rasch genut weg, während die Hinterbeine oft zu rasch vorgetrieben werden – der Schritt wird gebunden oder passartig, das Pferd „geht nicht über den Rücken“. Lernt der Reiter, das Grundtempo seines Pferdes zu erfühlen und es mittels Sprache anzuweisen, ihm zu erklären, sich im Brustkorb anzuheben, kann auch ein Pass gehendes Pferd in einen guten Schritt zurück finden.
Bei einem einseitigen Tickern ohne Befund spielt häufig die natürliche Schiefe zusätzlich eine Rolle. Auch in diesem Fall kann der Reiter seinem Pferd erklären, wie es die einseitig verkürzte oder adduzierte oder schwache Muskulatur so trainieren und kräftigen kann, dass es sich taktrein und stabilisiert gleichmäßig bewegen kann.
Ebenso kommen Pferde mit Knieband- oder Fesselträgerproblemen in den Unterricht, die nach der schulmedizinischen Behandlung langsam wieder antrainiert werden sollen.
Besonders wenn die Pferde über längere Zeit in einem ungünstigen Bewegungsablauf unterwegs waren oder körperliche Strukturen bereits Schaden genommen haben, ist es wichtig, dem Pferd behutsam Bewegungsalternativen zum fehlerhaften Bewegungsablauf zu erklären, um Fehlbelastungen zu vermeiden. Es ist genau wie bei uns Menschen. Je besser unsere Muskulatur trainiert ist, desto band- und gelenkschonender bewegen wir uns. Heilung wird unterstützt, wenn die Muskulatur an den richtigen Stellen aufgebaut wird und so die Gelenke unterstützt.
Wenn Pferd und Mensch sich in Selbsthaltung bei positiver Muskelspannung aktiv stabilisieren, sind die Bänder und Knochen am besten vor Verletzungen und Verschleißerkrankungen geschützt. Daher biete ich auch dem Reiter immer wieder Übungen aus der Physiotherapie an, die er für sich in den Alltag mit einbauen und mit denen er sich selbst in seiner Körpermitte stabilisieren kann.

Es ist spannend, den eigenen Anteil am Bewegungsablauf des Pferdes zu erkennen, und zu verstehen, was im Pferdekörper geschieht. Es macht Spaß zu lernen, dem Pferd eine gesündere Bewegungsidee zu vermitteln, mit klarem Takt und längeren Schritten/Tritten/Sprüngen. Gleichzeitig ist es eine Herausforderung, weil der Reiter sich mit der Anatomie, der Biomechanik und der Sprache zwischen Reiter und Pferd ebenso beschäftigen muss, wie mit seiner eigenen Koordination auf dem Pferd. Daher erfordert es einen gewissen Einsatz, wir Reiter benötigen eine Menge Wissen, das ich liebend gern vermittel und eine Portion Frustations-Toleranz, wenn die eigenen Bewegungen auf dem Pferd nicht sofort so klappen wollen wie gewünscht, weil man vielleicht seit Jahren andere eingeschliffene Muster hat. Gleichzeitig ist es höchst beglückend, die Zusammenhänge im Pferdekörper zu verstehen und positiven und gesundheitsfördernden Einfluss darauf nehmen zu können, weil wir dann nicht mehr ohnmächtig mit einem Fragezeichen vor unserem Pferd stehen, wenn sich etwas unharmonisch anfühlt, sondern selbst zum Gesundheits-Trainier unseres Pferdes werden können.

Ich unterstützte Sie dabei, für Ihr Pferd ein guter Personal Trainer zu werden, der sein Pferd zu gesunden und harmonischen Bewegungen anleitet. Heraus kommen Harmonie, Balance und Leichtigkeit, auch in schwereren Lektionen.

Der Weg

Im Unterricht gehen wir vom Leichten zum Schweren vor.

Es ist vergleichbar mit einem Tanzpaar, das sich mit Leichtigkeit über das Parkett bewegt – bis es nicht mehr über die Tanzschritte nachdenken muss, sind auch beim Reiter – Pferd – Paar einzelne Schritte nötig.

Manchmal geht es zunächst um die Entspannung eventuell verspannter Muskulatur, dafür ist u.a. zunächst eine gute Koordination und eine Portion Losgelassenheit bei uns selbst von Vorteil. Unsere Koordination können wir gut im Schritt schulen, da haben wir mehr Zeit für unsere Bewegungsabläufe.

 Erst wenn ich weiß, was ich tue, kann ich tun, was ich will. (Moshe Feldenkrais)

Mit zunehmender Ausbildung lernt der Reiter immer feiner zu erspüren, ob sein Pferd sich aktiv über seine Rumpfmuskulatur gegen die Schwerkraft stabilisiert oder ob es sich mehr nach unten durchhängen lässt. Immer besser lernt der Reiter wahr zu nehmen, ob sein Pferd sich auch gegen die seitlich einwirkende Fliehkraft muskulär stabilisieren kann oder ob es aus der Kurve kippt und mit seinem Hals in Außenstellung gegen steuern möchte. Der Reiter lernt, wie er dem Pferd erklären kann, sich auf eine gebogene Linie ein zu stellen. Er lernt zu erspüren, ob er oder das Pferd sich im Rumpf verdrehen, welches Hinterbein wohin gern ausweichen möchte, was das mit dem Genick zu tun hat, welches Vorderbein vielleicht kürzer tritt und warum und der Reiter lernt, dem Pferd gezielt neue Bewegungen vorzuschlagen und das Pferd dafür zu begeistern.

Im Trab und Galopp hat es das Pferd oft leichter zur Selbsthaltung zu finden als im Schritt, weil diese beiden Gangarten schon mit einem gewissen Grundtonus einher gehen. Hier entwickelt das Pferd neben der Kraft auch Kondition. Der Reiter erklärt seinem Pferd also nicht nur, wie es sich entspannen kann, sondern auch, wo genau eine positive Muskelspannung nötigt ist. Gleichzeitiges gesundes Cardio-Training ist dabei kein Widerspruch zur Leichtigkeit und Balance. Im Gegenteil: Durch die Kombination aus Kondition und Koordination, durch einen Zuwachs an Kraft und Beweglichkeit, durch innere Bilder für einzelne Bewegungen, durch die Bereitschaft zur gemeinsamen körpersprachlichen Kommunikation und die Motivation, neue Bewegungen zu erlernen, entsteht genau dieses harmonische ausbalancierte Zusammenspiel zweier Körper, das für die Zuschauer nach Leichtigkeit aussieht und sich für den Reiter auch so anfühlt, obwohl bzw. gerade weil das Pferd motiviert sehr viel leistet.

Das Ergebnis: Reiten in Balance

Leichtigkeit und Harmonie zwischen den „Tanzpartnern“ Mensch und Pferd entstehen zu lassen – ein Pferd auszubilden, das freudig und losgelassen auf die feinen Signale des Reiters reagiert, macht unglaublich viel Spaß. Es ist so schön zu sehen, wie Pferde nicht nur durch die Ausbildung am Boden sondern auch durch das Dressur-Reiten selbstbewusster und souveräner werden, wie sie sich auch unter dem Sattel mehr und mehr auf Vorschläge des Reiters einlassen, wie die zuvor etwas lethargischen wacher und engagierter und die sorgenvollen in sich ruhiger und sicherer werden und ihre Muskulatur sich an den richtigen Stellen ausbildet. Der zufriedene Ausdruck in ihren Augen, der Stolz, der dann von ihnen ausgeht, bereitet allen Freude – den Reitern, dem Pferd und der Reitlehrerin 🙂

Und nicht nur die Bewegungen von Pferd und Reiter werden freier – auch das reiterliche Selbstbewusstsein wächst. Es entsteht nicht nur Harmonie, Balance und viel Freude am Miteinander – oft wird sogar die Liebe zwischen Reiter und Pferd noch tiefer.

Fragen

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Neben Einzelunterricht, können Sie auch in folgenden, kommenden Tageslehrgängen Dressurunterricht erhalten (Dressurlehrgang in verschiedenen Ställen in Schleswig-Holstein und im Norden und Osten Hamburgs):